Chronik der Feuerwehr Steinheim

 

Die Kommandanten der FFW Steinheim und ihre Stellvertreter

1886-1888 Schultheiß Straub 1886-1888 Kronenwirt Delle
1888-1891 Kronenwirt Delle 1888-1896 Gottließ Häußler
1891-1896 Schultheiß Junginger 1896-1906 Friedrich Röder
1896-1906 Gottließ Häußler 1906-1918 Jakob Fähnle
1906-1. Weltkrieg Jakob Huber 1919-1923 Karl Strauß
während des 1. Weltkrieg Jakob Fähnle 1923-1926 Christian Geiger
1919-1923 Fritz Launer 1926-1935 Herman Früholz
1923-1935 Paul Elsenhans 1935-1946 Karl Strauß
1935-1946 Herman Früholz 1946 Georg Greß
1946-1947 Paul Greß sen. 1947-1951 Eugen Benz
1947-1953 Ernst Maier 1952-1953 Paul Kölle
1953-1971 Paul Kölle 1953-1961 Wilhelm Strauß
1972-1996 Hans Maier 1961-1991 Karl Früholz
1996-2012 Eberhard Kieser 1991-1995 Eberhard Kieser
2012-heute Ulrich Weiler 1996-2012 Herbert Früholz
    2012-heute Martin Prager

 

 

Geschichtliches

Über Steinheims Feuerlöschwesen vor der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1860 ist durch Akten nur wenig bekannt. Gewiss hatte es Brände schon immer gegeben und so werden sich die Steinheimer gegen eine Feuersbrunst gewehrt haben, wie es eben ging - mit Feuereimern, Wasserkübeln, Feuerhaken und was es sonst noch alles gab. Aber zumindest seit dem 18. Jahrhundert sind Feuerspritzen üblich, die für die damalige Zeit eine große Hilfe bedeuteten. Unerlässlich dabei waren die im Ort verstreuten Hülben und Weiher, die das Wasser spendeten, denn damals gab es noch keine Wasserleitungen. Brannte es, war selbstverständlich jedermann zur Stelle.
Im Jahre 1770 hatte die Steinheimer Feuerwehr »eine große Feuerspritze samt einem messingnen Fontille, Stiefelrohr und zwei anno 1747 gefertigte blecherne Seiher, einen Feuerwagen, zwei große Feuerleitern, drei große Feuerhaken, 25 Feuereimer und eine hölzerne Hand- und Hausspritze«. Das war, für damalige Umstände, eine Ausstattung, die sich sehen lassen konnte. Dazu kamen die bereits erwähnten eigenen Feuereimer, die jede Haushaltung aufzuweisen hatte und die stets griffbereit und einsatzfähig waren. Mit Schmunzeln lesen wir, dass der Ortspfarrer die Weisung hatte, kein Brautpaar zu proklamieren, das heißt ihre Hochzeit von der Kanzel zu verkünden, wenn der Bräutigam nicht die Bescheinigung der Obrigkeit vorweisen konnte, dass dieser im Besitz eines Feuereimers sei. So ging es nicht anders, als dass das Brautpaar vielleicht vor der Hochzeit zum Schultheiß ging, und zwar mit dem Feuereimer in der Hand, bevor der Pfarrer überhaupt mit sich reden ließ.
Zu damaliger Zeit hieß das Feuerwehrmagazin kurz »Feuerhütte«. Es stand am Platz des alten Rathauses. 1793 war es zu klein geworden und dazu noch baufällig gewesen, so dass es niedergerissen und vergrößert wieder aufgebaut wurde. 1836 wurde es aufgestockt, als die Steinheimer ein Rathaus brauchten.
Brach ein Brand aus, so hatte jeder am Brandplatz zu erscheinen. Bauern, welche ein Gespann besaßen, eilten mit diesem zur Feuerhütte, um die Feuerspritze und den Feuerwagen zu holen. Wer als erster ankam, erhielt eine Prämie von 4 ½ Gulden. Das spornte natürlich alle an. War der Brand auswärts, so wurden zusätzlich Wagen ausgerüstet, um die Löschmannschaften zu transportieren. Dies waren Leiterwagen, rasch mit Brettern versehen, auf denen die Männer saßen. Es waren stets mindestens zwei Gespanne notwendig, nämlich für die Feuerspritze und den Feuerwagen, der als Gerätewagen mitgeführt wurde. Nach einem Brand durften sich die Mannschaften im Gasthaus auf Kosten der Gemeinde stärken und ihren Durst löschen. Als es im Jahre 1821 zum Beispiel in dem inzwischen abgegangenen Hof Hesselschwang bei Bartholomä gebrannt hatte, forderte daraufhin der Adlerwirt Schwarz von der Gemeinde Steinheim nicht weniger als acht Gulden und 55 Kreuzer. Beim Brand der Voelter'schen Papiermühlen in Heidenheim machte die Rechnung noch mehr aus, indem man anschließend einen Landsmann, den Hasenwirt Jooß, besuchte, der nicht weniger als 21 Gulden und 40 Kreuzer einstrich. Auf diese Weise konnte der Gemeindepfleger schon hie und da zum Seufzen gekommen sein.
Übrigens war die Steinheimer Feuerwehr recht oft nach auswärts gerufen worden. Wir lesen von Gerstetten, dann sogar von Treffelhausen, Stötten und Schnittlingen - Orte, die im Nachbaroberamt liegen. Neben der Stärkung der Mannschaften war eine solche für die Pferde ebenso recht und billig. Deshalb sind auch »Haberverrechnungen« vorhanden. Wir wollen aber nur hoffen, dass man damals immer wieder gut vom Einsatz zurückgekommen ist.
Auch Steinheim selbst hatte seine Brände. In der Zeit von 1832 bis 1839 brannte es nicht weniger als neunmal. Im ganzen wurden damals 27 Gebäude ein Raub der Flammen, übrigens durch Brandstiftung.
In Sontheim im Stubental schlug am 19. Juli 1839 der Blitz ein und 13 Gebäude wurden eingeäschert. 1859 brannte es erneut in Sontheim. Hier machte man die Entdeckung, dass sich die Steinheimer Spritze keineswegs mehr in Ordnung befand, zumal sich der Druck als zu schwach erwies. Man kam damals auch auf den Gedanken, dass sich bei auswärtigen Bränden stets eine Ersatzspritze im Ort befinden solle, damit man im Bedarfsfall eine Reserve habe. Wenn es früher der weitsichtige Schultheiß Weireter gewesen war, der die Steinheimer Feuerwehr gut ausgerüstet hatte, so war es umso eher der tatkräftige Schultheiß Straub, dem neben der Wasserversorgung auch das Feuerlöschwesen sehr am Herzen lag. Dieser fortschrittliche und kluge Ortsvorsteher war es, der nun nach dem Misserfolg in Sontheim darauf drang, dass etwas geschah. Kurzerhand wandte er sich an den Kommandanten der Stuttgarter Feuerwehr, damit dieser den Steinheimern bei der Beschaffung einer neuen Spritze behilflich sei. Also wurden die dafür in Frage kommenden Steinheimer kurzerhand zu einer Übung bzw. Vorführung nach Stuttgart eingeladen. Als Straub und Spritzenmeister Kieser aber in Stuttgart ankamen, erfuhren sie, dass die Übung verschoben sei. Doch nahm sie der Kommandant mit zum Glockengießer und Feuerspritzenfabrikant Kurtz. Dort wurde ihnen eine moderne Spritze vorgeführt, die allerdings bereits verkauft war. Dasselbe Modell wurde von den Steinheimern bestellt, und zwar um den Preis von 842 Gulden. Bis Süßen wurde dann später die Spritze mit der Bahn und von dort bis Steinheim mit dem Fuhrwerk befördert. Damit war die technische Ausrüstung sichergestellt und Schultheiß Straub konnte sich auf die Gründung und Organisation der Feuerwehr konzentrieren.

 

Gründung der Feuerwehr Steinheim

1860 gründete also Schultheiß Straub, nachdem sich genügend Männer gemeldet hatten, die Freiwillige Feuerwehr. Es ist zwar über die Gründung kein Protokoll aufzufinden, doch berichtete Schultheiß Straub nachweisbar im Dezember 1867 seinem Gemeinderat, dass »die hiesige Freiwillige Feuerwehr, welche seit 1860 besteht, bisher einen Kostenaufwand von kaum 200 Gulden verursacht hat«. Sicher hat er damals mit seinen Gemeinderäten darüber debattiert, dass es notwendig wäre, die Feuerwehr stärker auszubauen und sie besser auszustatten. Dazu seien weitere Mittel notwendig. Der Gemeinderat konnte sich der Ansicht seines tüchtigen und umsichtigen Vorsitzenden nicht verschließen und bewilligte 500 Gulden aus der Gemeindekasse, jedoch verlangte er die Vorlage eines Verwendungsnachweises. Als dann 1869 noch die »Zentralkasse für das Feuerlöschwesen« zur Beschaffung von so genannten Buttenspritzen einen Beitrag von weiteren 60 Gulden bewilligte, konnte man eine solche von Magirus in Ulm erwerben.
Teils fünf, teils zehn Jahre verpflichtete sich die Freiwillige Feuerwehr zur Dienstleistung. 1875 heißt es: »Die Periode, für welche sich die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr zur Dienstleistung verpflichtet hat, ist im Herbst 1874 zu Ende gegangen, und es ist daher eine neue Regelung dieser Sache vorzunehmen.« Als man dann zu einer Sitzung zusammentrat, konnte Straub erklären, »dass die Freiwillige Feuerwehr in der Stärke von 108 Mann sich auf weitere zehn Jahre für den Feuerwehrdienst verbindlich gemacht habe«. Also beschloss man im Gemeinderat, je Mann fünf Gulden zu bewilligen, was übrigens bei den 18 Mann der Sontheimer Wehr auch geschah.

   

Neuordnung der Feuerwehren 1885

Das Jahr 1885 brachte dem württembergischen Feuerlöschwesen aber die Gleichschaltung der Feuerwehren, die in der »Landes-Feuerlösch-Ordnung vom 7. Juni 1885« niedergelegt ist. Es ist anzunehmen, dass die seither bestehenden Feuerwehren sich auflösten, um dann gemäß den neuen Statuten wieder gegründet zu werden. Jedenfalls trägt Schultheiß Straub am 29. Januar 1886 dem Gemeinderat vor, »dass sich aufgrund der Landes-Feuerlösch-Ordnung vom 7. Juni 1885 hier wieder eine freiwillige Feuerwehr gebildet habe«. Der Regierungserlass empfahl und forderte nämlich vier Arten von Feuerwehren:

1. Die Pflichtfeuerwehren für kleinere Gemeinden. Dazu gehörten unsere Filialorte, in denen jeder taugliche Mann im Ernstfall Dienst zu leisten hatte.

2. Die Freiwillige Feuerwehr für die größeren Gemeinden, also auch für Steinheim, wo es genügend Männer gab, um eine Auswahl treffen zu können.

3. Berufsfeuerwehren für Städte.

4. Privatfeuerwehren, worunter wir die heutigen Werkfeuer­- wehren verstehen dürfen.

Die Freiwillige Feuerwehr Steinheim bestand im Jahre 1886 somit aus 17 Steigern und 17 Rettern. Die Pumpmannschaft an der ersten Spritze war 34 Mann stark, ebenfalls diejenige an der zweiten Spritze. Dazu kam noch die Sicherheitsordnung mit 13 Mann, vier Spritzenmeister, vier Hornisten und Tambours (Trommler). Im Ganzen waren es also 123 Mann, zu denen noch der Kommandant, sein Stellvertreter und ein Hauptmann für die Steiger- und Retterabteilung kamen. Mit dem Geräteverwalter waren es schließlich 127 Mann.
Am 25. April 1886 wählte die Freiwillige Feuerwehr ihren Kommandanten und dessen Stellvertreter. Schultheiß Straub übernahm das Kommando, zumal er ohnehin als Gemeindeoberhaupt möglichst als erster am Brandplatz zu erscheinen hatte. Stellvertreter wurde Kronenwirt Delle. Ihre Wahlperiode reichte bis zum Jahr 1891, also fünf Jahre. Schon 1888 tritt Straub aber aus gesundheitlichen Gründen zurück.
Während um diese Zeit weitere Mannschaften zur Wasserherbeischaffung in Kübeln und zum Schöpfen des Wassers rekrutiert worden sind, war es auch notwendig, im Brandfalle die Bierbrauer mit ihren Bierbonzen sowie die Besitzer von Pferdegespannen mit Fässern aller Art zu verpflichten.
In der Feuerlöschordnung steht zu lesen, dass »Prämien für diejenigen Pferdebesitzer oder deren Pferdeknechte ausgesetzt werden, die bei einem Brand im hiesigen Ort oder in den Filialen zuerst mit zwei angeschirrten Pferden vor dem Rathaus erscheinen«.
Bei auswärtigen Bränden waren übrigens zwei Wagen fertigzumachen »mit den vorhandenen zwei Bockgestellen, festen Sitzen und Fußbrettern, und zwar mit je 13 Mann, wovon 17 zur Pumpenmannschaft und neun zu den Steigern gehören«.
Dienströcke wurden beantragt. Darüber hinaus benötigte man 24 Helme sowie etwa 45 Dienstmützen. Die Helme waren vorgeschrieben, die Mützen nur zum Gebrauch empfohlen. Man errechnete, zusammen mit anderen Ausrüstungsgegenständen, etwa eine Summe von 2500 Mark, die für die Feuerwehr anzulegen sei. 2000 Mark wurden dann genehmigt, wobei die Wasserträger nur Mützen, aber keine Röcke zugestanden bekamen.

 

Lokale Feuerlöschordnung

Aus damaliger Zeit ist noch die örtliche Feuerlöschordnung für die Gemeinde Steinheim vorhanden. Blättert man in ihr, so erfährt man nicht nur Interessantes über die Steinheimer Feuerwehr, sondern man erhält auch einen guten geschichtlichen Einblick in das Dorfleben vor 150 Jahren, da auch manches aus früherer Zeit in die Ordnung mit übernommen wurde. Aus diesem Grunde mag einiges dieser Löschordnung im Auszug hier angeführt werden:
Bei Brandgefahr hatte jeder Hausbesitzer und Mieter dies dem Ortsvorsteher zu melden. Auch bei bloßem Verdacht ist dies zu tun. Alle Familienmitglieder und Nachbarn haben gleich mit dem Löschen zu beginnen. Dann heißt es zum Beispiel wörtlich: »Um einem ausbrechenden Brande rasch entgegenwirken zu können, sollen die Wasserbehälter in den Küchen und sonstigen Räumen an jedem Abend randvoll gefüllt werden.«
Jedermann im Ort ist verpflichtet, bei einem Brande Hilfe zu leisten. Wer nach Aufforderung dies weiterhin verweigert, macht sich strafbar.
Die Besitzer von Privatbrunnen müssen diese zum Wasserholen benützen lassen. Kübel, Zuber, Schaufeln und anderes Geschirr muss im Falle des Bedarfs zur Benützung freigegeben werden. Häuser, Höfe, Gärten usw. müssen im Ernstfall zu ungehindertem Durchgang offen gehalten werden.
»Bei einem nächtlichen Brande haben die Hausbewohner Laternen mit brennendem Licht auszuhängen oder unter die Fenster brennende Lichter zu stellen. Bei Glatteis sind Straßen und Wege mit Sand oder Asche zu bestreuen.«
Auf dem Brandplatz hat sich jeder ordentlich zu verhalten und dem leitenden Beamten Folge zu leisten. Kinder und müßige Zuschauer haben auf dem Brandplatz nichts zu suchen. Alles nicht zur Sache gehörige Lärmen und Schreien ist untersagt. Auch nach gelöschtem Brand dürfen sich die Löschmannschaften ohne Erlaubnis des Kommandanten nicht vom Brandplatz entfernen.
Brennt es auswärts, so wird durch Hornisten und Tambours alarmiert. Ohne Befehl des Ortsvorstehers »darf nicht Sturm geläutet werden, es wäre denn, dass die Flammen schon aus dem Haus herausschlagen, die Gefahr also bereits so groß ist, dass dies auf alle Fälle geschehen müsste«.

Bei einem Brand im Winter ist in möglichster Nähe des Brandplatzes heißes Wasser zu bereiten, damit das Einfrieren der Spritzen verhütet werden kann.
Bei besonders großem Brand sind in die nächsten Orte Feuerreiter zu senden. Damit waren vor allem Königsbronn, Söhnstetten und Zang gemeint.
Nach dem Brand sind alle Geräte sorgsam zu reinigen, auch die Leder- und Hanfschläuche. Dann ist schadhaft gewordenes Gerät zu reparieren.
Kommt Nachricht und Alarm aus einer Nachbarsgemeinde, so rückt die verlangte und eingeteilte Mannschaft mit Spritzen und Laternen aus.
Der Besuch von Wirtshäusern, ehe die Mannschaft auf dem Brandplatz war, ist unbedingt untersagt.
Der Ortsvorsteher hat sich bei Brandausbruch sofort auf den Brandplatz zu begeben und sich über das Ausmaß des Brandes zu unterrichten. Alsbald hat er dann durch Feuerreiter an das Oberamt einen Brandbericht zu übersenden. Ein bestimmtes Gemeinderatsmitglied begibt sich sogleich auf das Rathaus, die übrigen eilen zum Brandplatz. Sie organisieren besonders das Bilden von Reihen zur Beischaffung des Wassers.
Selbstverständlich begibt sich die Feuerwehr an die ihr anbefohlenen Plätze. Handwerksmeister gehen mit Äxten, Hacken, Zweispitzen usw. auf den Brandplatz. Überhaupt »ist außer der Feuerwehr die gesamte arbeitsfähige Bevölkerung zur Hilfeleistung auf dem Brandplatz verbunden«. Die Feuereimer sind in Empfang zu nehmen. Frauenspersonen haben mit Kübeln zu erscheinen. Pferdebesitzer, wie bereits berichtet, eilen zum Magazin bzw. zu der Feuerhütte. Für das Feuerreiten werden Vergütungen bezahlt.
Zu damaliger Zeit hatten alle männlichen Bewohner, soweit sie zwischen 20 und 45 Jahre alt waren und keinen Feuerwehrdienst leisteten, je nach ihrem Einkommen eine Feuerwehrabgabe von einer bis fünf Mark zu bezahlen.

 

Entwicklung von 1900 bis 1960

Das Jahr 1911 war für die Steinheimer Freiwillige Feuerwehr insofern von Bedeutung, als in diesem Jahr von Seiten der Gemeinde-Kollegien überlegt wurde, wie man einem »gewissen Notstand« abhelfen könne, der über die Feuerwehr hereingebrochen sei. Aus verschiedenen Gründen war der Besuch der Übungen nämlich unregelmäßig. Viele Feuerwehrleute fehlten unentschuldigt, sodass man ernsthaft daran dachte, anstelle einer Freiwilligen Feuerwehr eine Pflichtfeuerwehr zu gründen. Der erste Weltkrieg, der im Jahre 1914 ausbrach, führte aber von selbst zu solch einer Maßnahme, als immer mehr Wehrmänner einrücken mussten und eine so genannte Alterswehr zu gründen war, in der jeder taugliche, im Ort anwesende Mann Dienst zu tun hatte. Zwar hatte, so steht 1911 geschrieben, die seitherige Feuerwehr ihren Dienst nach wie vor ausgeübt, aber nun wurde 1914 beschlossen, dass »über die Kriegszeit alle männlichen Einwohner zur Dienstleistung verpflichtet« seien. Eine Geräteschau ergab ein befriedigendes Bild. Diese Schau wurde übrigens alljährlich, auch auf den Filialen, wiederholt.
1919 erging der neue Beschluss, »noch vor dem 1. April wieder eine freiwillige Feuerwehr alten Stils einzuführen unter der Voraussetzung, dass sich genügend Mannschaften melden«.
Immer wieder, so steht es vermerkt, wurde die Feuerwehr Steinheim mit neuen Geräten ausgerüstet. Auch mussten seit 1911 - mit dem Aufkommen von Starkstromleitungen - jeweils zwei Elektriker Dienst tun. 1921 war man dem neu gegründeten Bezirksfeuerwehr-Verband beigetreten. 1926 sprach man von der Anschaffung einer mechanischen Leiter, die aber damals aus Sparsamkeitsgründen abgelehnt wurde. 1928 wurde in Steinheim eine Sanitätskolonne gegründet. Diese wurde dem vierten Zug angegliedert. Damals taten jeweils zwei Sanitäter bei Übungen usw. Dienst. 1929 trat die neue Bezirks-Feuerlöschordnung in Kraft. Steinheim bildete nun einen Brandhilfsverband mit seinen übrigen Parzellen, mit Gerstetten, Bartholomä, Lauterburg (für Irmannsweiler) und mit Söhnstetten (für Gnannenweiler und Neuselhalden). Auch war man gegenüber Zang verpflichtet.

1932 brachte endlich die mechanische Leiter, während eine Motorspritze abgelehnt wurde. Diese war bei der weitläufigen Lage der Gesamtgemeinde durchaus notwendig. Außerdem hieß es, dass »Steinheim im Vergleich zu anderen Wehren des Bezirks zurückgeblieben« sei. Nun hatte man wenigstens eine Magirusleiter.
Das Jahr 1933 brachte im Feuerwehrwesen Umstellungen. So wurden der Führungsstab nicht mehr gewählt, sondern nach Anhören der Feuerwehr, des Bürgermeisters und des Kreisfeuerlöschinspektors ernannt.
1936 kam eine Neueinteilung der gesamten Wehr. Steinheim hatte einen Löschzug mit 35 Mann und zwei Löschtrupps mit je neun Mann, also insgesamt 53 Mann. Dienstgrade waren: ein Oberbrandmeister, ein Brandmeister, fünf Löschmeister, sechs Oberfeuerwehrmänner, 40 Feuerwehrmänner.
Sontheim war der Steinheimer Wehr unterstellt und bildete einen Halbzug mit insgesamt 27 Mann. Dienstgrade: einen Brandmeister, drei Löschmeister, drei Oberfeuerwehrmänner, 20 Feuerwehrmänner.

In den Teilorten wurden Pflichtabteilungen gegründet. Sämtliche Männer, die tauglich waren, hatten vom 18. bis zum 60. Lebensjahr Dienst zu tun. 1936 wurde, laut Gesetz, die Freiwillige Feuerwehr ins Vereinsregister als eingetragener Verein eingeschrieben. Bereits 1940 wurden weitere Anschaffungen gemacht und 1941 kamen fünf Kübelspritzen und 300 Meter C-Schläuche dazu.

Der zweite Weltkrieg brachte wiederum seine eigenen Gebote und Forderungen. So hatte nun jeder Dienst zu tun, der ortsansässig war. Dazu kamen noch die vielen Luftschutzverordnungen, die zu beachten waren. Die Feuerwehr als Verein wurde, wie überall 1945 von den Amerikanern verboten, allerdings 1946 wieder erlaubt. Ab 1952 war die Alarmierung durch Sirenen in Steinheim möglich. Durch Initiative von Paul Kölle und mit Unterstützung der Firma Weißbrod konnte am 1. April 1954 eine Werkfeuerwehr ins Leben gerufen werden. Diese Gruppe von neun Mann wurde von der Firma Weißbrod ausgerüstet und in die Steinheimer Feuerwehr eingegliedert. Als geschlossene Einheit war sie auch tagsüber am Ort einsatzbereit. Dies war für die Firma und für die Gesamtgemeinde von großem Vorteil, da in dieser Zeit bereits viele Feuerwehrmänner von Steinheim auswärts beschäftigt waren.
Ungewiss ist, wann die erste Motorspritze angeschafft wurde.1955 wurde sie den Sontheimern überlassen, um dort mit ihrer Hilfe die Mannschaft auszubilden.
Im Jahre 1958 wurde vom Gemeinderat eine Feuerwehrsatzung verabschiedet, welche unsere Feuerwehr wie folgt gliederte: Steinheim drei Löschzüge mit je zwei Löschgruppen; eine Löschgruppe der Firma Weißbrod & Sohn; ein Löschzug in Sontheim im Stubental mit zwei Löschgruppen.

 

100 Jahre Feuerwehr Steinheim

Das 100­jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim wurde 1960 in großem Rahmen zusammen mit dem Kreisfeuerwehrtag gefeiert. Das Fest begann am Samstag mit einem großen Bunten Abend im Festzelt, welches im »Kreuzgarten« aufgestellt war. Zum Kreisfeuerwehrtag am 3. Juli kamen rund 550 auswärtige Feuerwehrmänner nach Steinheim. Am Sonntagvormittag wurde eine große Einsatzübung veranstaltet. Es beteiligten sich an dieser Übung außer den Wehren von Steinheim, Sontheim und der Gruppe Weißbrod die Freiwilligen Feuerwehren Heidenheim und Giengen sowie die Werkfeuerwehr der Firma Voith, Heidenheim. Als Übungsobjekt diente das evangelische Gemeindehaus mit Kindergarten, der so genannte »Ochsen«. Nach einem großen Festzug waren am Nachmittag im Festzelt die Ehrungen.

 

Entwicklung von 1960 bis 1985

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Werkfeuerwehrgruppe wurde Hermann Weißbrod 1964 zum Ehrenmitglied der Feuerwehr ernannt.
Paul Kölle führte die Feuerwehr Steinheim bis zu seinem Tod 1971. Für seine Verdienste um die Steinheimer Wehr und seine Mitarbeit im Kreisfeuerwehrverband wurde er mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. In die Amtszeit von Paul Kölle fiel auch das erste
Treffen aller acht Steinheimer Feuerwehren 1969 in Steinheim am Main. Hieraus entwickelte sich die Tradition der Steinheimer Tage und seither konnten viele kameradschaftliche Kontakte geknüpft werden.
Nach dem Tod von Paul Kölle führte der stellvertretende Kommandant Karl Früholz und der bereits bestimmte Nachfolger Hans Maier als Kommandant die Steinheimer Wehr. Durch die Eingemeindung von Söhnstetten 1971 wurde eine neue Feuerwehrsatzung erforderlich und die Gesamtfeuerwehr Steinheim mit den Abteilungen Steinheim, Söhnstetten und Sontheim unter der Führung von Hans Maier als Kommandant entstand. Im Mai 1972 verstarb Bürgermeister Manfred Bezler. Ihm zu Ehren wurde dem Versammlungsraum der Feuerwehr der Name »Manfred-Bezler-Saal« verliehen.
Die Werkfeuerwehrgruppe Weißbrod wurde Anfang 1975 aufgelöst.
Mit der Einweihung des neuen Rathauses 1975 erhielt auch die Feuerwehr ein neues Gerätehaus. Die Einweihung wurde mit einem dreitägigen Fest und dem »Steinheimer Tag«, an dem die Feuerwehren aus allen Steinheimer Ortschaften und aus dem gesamten Kreisgebiet anwesend waren, gefeiert.
1981 wurde Paul Wannenwetsch für seine Verdienste als lang jähriger Kassier und Schriftführer zum Ehrenmitglied ernannt.

 

125 Jahre Feuerwehr Steinheim

Das 125-jährige Jubiläum wurde vom 5. bis 7. Juli 1985 mit einem großen Fest begangen. Im Festzelt vor der Wentalhalle fand am Freitag der Festabend statt. Am Samstag, bei dem Stimmungsabend mit den »Mainflößer Musikanten«, konnten die Kameraden aus allen Steinheimer Wehren als Gäste begrüßt werden. Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst und beim anschließenden Frühschoppen wurde der traditionelle Steinheimer Tag gefeiert. Neben den Feuerwehren aus allen acht Steinheimer Orten konnten auch die Wehren aus dem Landkreis Heidenheim und den angrenzenden Gemeinden begrüßt werden. Der Höhepunkt der Festtage war ein vielbeachteter Festzug, bei dem sich die teilnehmenden Steinheimer Vereine in ihrer ganzen Vielfalt vorgestellt haben.

 

Entwicklung von 1985 bis 2010

1991 trat Karl Früholz nach 30 Jahren als stellvertretender Kommandant in die Altersabteilung über. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Zu seinem Nachfolger als stellvertretender Kommandant wurde Eberhard Kieser gewählt.
Im Jahr 1996 erfolgte ein Wechsel im Amt des Kommandanten. Hans Maier, der dieses Amt fast 25 Jahre ausgeübt hat, trat in die Altersabteilung über. Seine erfolgreiche Arbeit wurde vom Deutschen Feuerwehrverband mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold gewürdigt, die Gemeinde Steinheim ernannte Hans Maier zum Ehrenkommandanten. Nach 40 Dienstjahren wurde außerdem Wilhelm Kaufmann zum Ehrenmitglied ernannt.
Eberhard Kieser wurde als Nachfolger von Hans Maier zum Kommandanten gewählt, sein Stellvertreter wurde Herbert Früholz.
Aufgrund des ständig steigenden Arbeitsaufwandes wurde 2007 das seither in Personalunion geführte Amt des Kommandanten und des Abteilungskommandanten Steinheim getrennt und Ulrich Weiler zum Abteilungskommandant der Abteilung Steinheim gewählt.
Die Feuerwehr Steinheim absolviert jedes Jahr 17 Übungen, die darüber hinaus durch Sonderübungen für Atemschutzgeräteträger und Maschinisten ergänzt werden. Bei der Gesamtfeuerwehrübung und der Hauptübung hat die Bevölkerung Gelegenheit, sich von der Arbeit der Feuerwehr ein Bild zu machen. Diese Übungen erfreuen sich immer einer großen Zahl von Zuschauern.
Einen breiten Raum im Jahresablauf der Feuerwehr nimmt traditionell die Pflege der Kameradschaft ein. Bei gemeinsamen Ausflügen der Abteilungen Steinheim und Sontheim, dem jährlichen Grillnachmittag sowie dem Kameradschaftsabend als jährlicher Höhepunkt, wurde stets der Zusammenhalt und die Kameradschaft der Feuerwehrangehörigen gefestigt.

 

Technische Entwicklung der Wehr

Drehen wir die Zeit kurz zurück! Um 1890 war die Steinheimer Wehr, aber auch die Filialwehren bereits gut ausgerüstet:
Im Rathaus: eine Patent-Saugspritze und eine Wieland'sche Spritze mit Schläuchen, zwei Handspritzen, sechs Feuerhaken und zwei Gabeln, zwei Hakenleitern, sechs Dachleitern, vier lange Leitern, drei Wasserstanden, zwei Laternen und 92 Feuereimer.
In Küpfendorf: eine Buttenspritze, ein Feuerhaken.
In Neuselhalden, Gnannenweiler und Irmannsweiler: je eine Handspritze und ein Feuerhaken.
1932 wurde, wie schon beschrieben, eine mechanische Leiter angeschafft.
Mit der Motorisierung begann 1955 ein neues Zeitalter der Feuerwehr Steinheim. Die erste moderne Anschaffung war ein Kleinlöschfahrzeug KLF 6. Ein Opel Blitz mit angebauter Vorbaupumpe und einer Tragkraftspritze stand nun zur Verfügung. Dazu wurde noch ein Schlauchanhänger in Dienst gestellt. Die bis dahin gebrauchte Motorspritze wurde nach Sontheim gegeben. Der Entschluss für diese Anschaffungen durch die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat war zu dieser Zeit sehr fortschrittlich und sorgte in der Wehr für neuen Aufschwung.
Im Jahre 1962 wurde der Steinheimer Wehr vom Zivilen Bevölkerungsschutz ein Tanklöschfahrzeug TLF 8 überlassen. Dieses Fahrzeug, ein Unimog, war mit einem 800-Liter-Wassertank ausgestattet.
Der Werkfeuerwehrgruppe Weißbrod stellte die Firma 1964 einen gebrauchten VW-Bus als Mannschaftswagen zur Verfügung, welcher von der Gemeinde als Vorauslöschfahrzeug umgerüstet wurde.
Die Sontheimer Wehr erhielt 1965 ihr erstes Tragkraftspritzenfahrzeug TSF mit der dazugehörigen TS 8, das die alte Motorspritze ersetzte.

Die Ausrüstung mit schwerem Atemschutz wurde 1968 in Steinheim mit drei Atemschutzgeräten begonnen. Dies bedeutete einen erneuten Fortschritt in der technischen Ausstattung unserer Wehr.

Nachdem die Feuerwehrfahrzeuge in verschiedenen Räumen untergebracht waren und das Gerätemagazin im alten Rathaus den Erfordernissen immer weniger entsprach, wurde die Schaffung eines neuen Gerätehauses erörtert.

Bereits 1965 sollte die Feuerwehr für eine bessere Unterbringung der Wehr Vorschläge an die Gemeinde machen. Eine Unterbringung im Bauhof wurde von Seiten der Feuerwehr abgelehnt. Im Jahre 1969 wurde dann vom damaligen Bürgermeister Manfred Bezler vorgeschlagen, ein neues Gerätehaus zusammen mit dem Rathausneubau zu erstellen. Die Planung begann 1971, wobei der Standort im ehemaligen Kreuzgarten mit der Gerätehausausfahrt zur Albuchstraße auch von der Feuerwehr als günstige Lage angesehen wurde. Vor Baubeginn im Jahre 1973 verzichtete die Feuerwehr auf die fünfte geplante Fahrzeugbox. Dafür sollte ein neues Löschfahrzeug angeschafft werden. Diesem Wunsch entsprach der neue Bürgermeister Dieter Eisele, welcher auch weiterhin für die Belange der Feuerwehr immer ein offenes Ohr hatte.
Ende 1974 erhielt die Wehr ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8 ­ H - TS. Außer den Geräten für den Löschangriff, einer Vorbaupumpe und Tragkraftspritze sind in diesem Fahrzeug Hilfeleistungsgeräte, Scheinwerfer und ein Stromerzeuger enthalten.

Nach dem Umzug ins neue Gerätehaus im Januar 1975 war für die Feuerwehrfahrzeuge und Geräte ausreichend Platz. Des Weiteren waren nun ein Melderaum, sanitäre Anlagen wie Wasch-, Dusch- und Umkleideraum sowie ein großer Versammlungsraum vorhanden. Dadurch konnte auch die theoretische Ausbildung intensiviert werden. Im gleichen Jahr wurde nach Auflösung der Werkfeuerwehrgruppe Weißbrod der VW-Bus von der Steinheimer Wehr übernommen und diente hauptsächlich als Mannschaftstransportwagen.
Im Jahre 1978 wurde mit der Funkausstattung begonnen. In Steinheim wurde der Melderaum mit einer Funkfeststation ausgestattet. Darüber hinaus erhielten zwei Löschfahrzeuge sowie die Feuerwehrfahrzeuge von Sontheim und Söhnstetten ein Funkgerät. Die Sirenen wurden auf Funksteuerung umgerüstet und in Steinheim führte man die ersten »Piepser« ein. Die Voraussetzung für eine zentrale Funkalarmierung von Heidenheim aus war somit geschaffen.

Im Jahre 1980 erhielt die Steinheimer Wehr ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 8/18, einen geländegängigen Unimog mit eingebautem Wassertank von 1800 Liter Inhalt und einer Schnellangriffseinrichtung.
Im gleichen Jahr wurde das fast 25 Jahre alte Kleinlöschfahrzeug KLF 6 vom TÜV ausgemustert.

1982 wurde der Feuerwehr Steinheim ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 16 - TS als Katastrophenschutzfahrzeug vom Bund zur Verfügung gestellt. Dieses zwölf Tonnen Fahrzeug, von Magirus Deutz, ist ebenfalls mit einer Vorbaupumpe und einer Tragkraftspritze sowie mit den erforderlichen Geräten, Leitern und vier Atemschutzgeräten ausgestattet. Mit seinen 174 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 92 km/h ist es bestens für die bergige Landschaft auf der Schwäbischen Alb gerüstet. Das alte ZB-Tanklöschfahrzeug konnte von der Gemeinde günstig erworben werden und wurde in diesem Zuge an die Abteilung Söhnstetten übergeben.
Der von der Gruppe Weißbrod übernommene VW-Bus konnte Anfang 1984 aufgrund verschiedener technischer Mängel nicht mehr dem TÜV vorgestellt werden. Daraufhin wurde ein neuer Mannschaftstransportwagen, der neun Sitzplätze bietet, bestellt. Auch eine Lautsprecheranlage und ein Funkgerät wurden eingebaut. Dieses moderne Fahrzeug wurde im April 1985 von der Gemeinde an die Steinheimer Wehr übergeben.

Mit dem gleichen Fahrgestell, von Daimler Benz, wurde zur selben Zeit für die Abteilung Sontheim ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug in Dienst gestellt. Das TSF ist mit einer eingeschobenen TS 8/8 und vier Atemschutzgeräten ausgestattet. Somit kann die Feuerwehr Steinheim im Ernstfall auf die wichtigen Atemschutzgeräteträger zurückgreifen und die Förderung von Wasser über lange Wegstrecken sicherstellen.
Das nächste Fahrzeug, das sich die Gemeinde Steinheim 1992 anschaffte, war das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25. Das Fahrgestell wurde dieses Mal von der Firma MAN hergestellt. Es ist mit einem 230 PS starken Motor ausgestattet, der die 12 Tonnen Gewicht auf stolze 95 km/h beschleunigt. Mit seinem großen Volumen von 2500 Litern Wasser und Schnellangriffseinrichtung stellt es fortan die Wasserversorgung im ersten Moment sicher. Neu hinzu kamen an diesem Fahrzeug der Hilfeleistungssatz mit Spreizer und Schere. Mit diesem wichtigen Detail wurde man der steigenden Zahl von Hilfeleistungseinsätzen bei Verkehrsunfällen gerecht. Dieses Fahrzeug erlaubt es außerdem, dass sich die Atemschutzgeräteträger während der Anfahrt in der Fahrzeugkabine ausrüsten können und somit sofort einsatzbereit sind. Der Unimog TLF 8/18 wurde der Abteilung Söhnstetten übergeben.

Aufgrund des stetig wachsenden Gefahrenpotenzials im Industriegebiet in Steinheim, bestellte die Gemeinde zusätzlich zum Tanklöschfahrzeug einen Schaumwasserwerfer vom Typ SW 16 S. Montiert ist dieser auf einem Anhänger, kann aber bei Bedarf auch separat aufgestellt werden. Die Wurfweite bei 1600 Liter beträgt mit Wasser ca. 55 Meter und mit Schaum ca. 45 Meter.

Um die Schlagkraft der Abteilung Söhnstetten zu erhöhen, wurde 1995 ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6, welches mit einem 600 Liter Tank ausgestattet ist, angeschafft. Das alte LF 8 wurde ausgemustert und der Gemeinde Tát in Ungarn überlassen.
Nachdem die Ausstattung und Motorisierung nicht mehr den zeitgemäßen, feuerwehrtechnischen Anforderungen entsprach, wurde 2003 das Löschgruppenfahrzeug LF 8 ­H-TS nach 29 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Als Ersatzbeschaffung kaufte die Gemeinde Steinheim der Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 auf einem Mercedes Atego Fahrgestell. Das Schwergewicht mit 14 Tonnen hat 280 PS und beinhaltet einen 1600 Liter Tank mit Wasser sowie abkuppelbare, fahrbare Schlauchhaspeln am Heck. Ausgestattet mit einem automatisch ausfahrbaren Lichtmasten erhellt es die Einsatzstelle binnen Sekunden. Ein Hilfeleistungssatz, zu dem Spreizer, Schere und Hydraulikzylinder gehören, sind ebenfalls an Bord. Eine weitere Neuheit im Fahrzeug sind aufblasbare Hebekissen, mit denen sich enorme Lasten bewegen lassen.

2008 wurde der alte MTW Baujahr 1985 nach vielen gefahrenen Kilometern ersetzt. Ein neuer Mannschaftstransportwagen der Marke Mercedes Benz wurde gekauft. Den Ausbau gestaltete dieses Mal die Firma Hensel. Mit seinen neun Sitzplätzen ist er ein richtiger »Allrounder«. Ob zum Einsatz oder zur Ausbildung, er bringt die Mannschaft sicher zum Ziel.

Die Aufstellung der technischen Ausrüstung macht deutlich, dass die Gemeindeverwaltung und die Gemeinderäte der Feuerwehr immer offen gegenüberstanden und stetig die notwendige Unterstützung gewährten, soweit es ihnen möglich war. Die Freiwillige Feuerwehr ist dafür sehr dankbar. Durch diese technische Entwicklung, gekoppelt mit der entsprechenden Übung und Ausbildung der Wehrmänner, konnte die Feuerwehr bei den Einsätzen immer bessere Hilfe leisten.