Bericht vom 24.09.2012, Einsatzübung im Wental

Wenn es brennt, hilft jeder jedem

 

146 Feuerwehrleute und Rotkreuzkräfte bei Großübung im Wental

Wenn im Landhotel Wental Feuer ausbricht und die Schadenslage entsprechend ist, werden die Feuerwehren von beiderseits der Kreisgrenze und aus den nächstgelegenen Städten und Gemeinden ausrücken, Menschen retten, Flammen bekämpfen. Dort im Dreiländereck gilt nicht, was früher galt: "Des ischt mei Fuir."

Zwölf Jahre nach der letzten Raumschaftsübung wurde wieder einmal im baulich inzwischen erweiterten Landhotel Wental der Ernstfall geprobt. Die Bürgermeister Thomas Kuhn (Bartholomä), Werner Hofer (Essingen), Frederick Brütting (Heubach) und Olaf Bernauer (Steinheim) waren unter den Übungsbeobachtern. Mit 20 Fahrzeugen rückten aus den genannten Orten 146 Feuerwehrleute und Rotkreuzaktive sowie der Leitende Notarzt im Ostalbkreis, Dr. med. Christian Sommer, an. Otto Feil (Kreisbrandmeister im Ostalbkreis) und Peter Becher (Stellvertreter des Kreisbrandmeisters im Kreis Heidenheim) erlebten schlagkräftige wie gut ausgebildete Mannschaften, die aber mit vielerlei Unbillen zu kämpfen hatten.

Im Ernstfall wäre Bartholomäs Wehr die erste am Brandplatz. Kommandant Michael Knöpfle würde führen, bis frühestens 25 Minuten nach Alarm die zuständige Feuerwehr Essingen zur Stelle wäre. Steinheim, das ergab die Zeitmessung, könnte 13 Minuten nach Alarm mit dem ersten, wasserführenden Fahrzeug vor Ort sein. Die Drehleiter aus Heubach wäre nach 29 Minuten im Wental. Michael Knöpfle: "Das erklärt, warum wir im Ernstfall aus Heidenheim eine weitere Drehleiter, einen Schlauchwagen und das große Tanklöschfahrzeug anfordern würden."

Eine Plagerei war daher der Aufbau einer Förderleitung vom Forststützpunkt Bartholomä bis ins Wental. 2500 Kilometer Schlauch wurden ausgerollt, sechs Pumpen zur Druckerhöhung und zwei Wasserbehälter aufgestellt. Letztere fassten 5000 bzw. 10 000 Liter. Die Leitung stand nach 35 Minuten. Doch bis vorne Wasser in den künstlichen Löschteich plätscherte, war der Alarm schon 50 Minuten her. Von daher müssten Tanklöschfahrzeuge pendeln und Landwirte in Vakuumfässern Wasser ins Wental transportieren.

Unter Atemschutz und teils auch über die Drehleiter wurden zehn "Verletzte" gerettet und alles für eine umfassende "Brandbekämpfung" in die Wege geleitet. Einsatzleiter war Sven Langer, Kommandant der Essinger Wehr.Er sah noch Verbesserungsbedarf in der Kommunikation der Züge und Wehren untereinander. Kreisbrandmeister Otto Feil (Ellwangen) versprach sich Gedanken über ein deutlich besseres Löschwasser-Angebot zu machen.