Kein Ernstfall: Ein Tankzug „strandet“ in einer Bäckerei

Sieht aus wie im Winter, ist aber keiner: In der Ortsmitte von Böhmenkirch probten die Feuerwehren aus den Landkreisen Göppingen, Heidenheim und Ostalb für den Ernstfall und erninnerten an die Brandkatastrophe vor 100 Jahren. Damals war halb Böhmenkirch in Flammen aufgegangen, nachdem ein Sechsjähriger in einer Scheune gezündelt hatte. An der Großübung am Samstagnachmittag bewiesen die heute meist prima gerüsteten Feuerwehren nichts mehr anbrennen lassen. 180 Feuerwehrleute aus neun Wehren, darunter Bartholomä, Gerstetten, Gussenstadt und Söhnstetten sowie Süßen, Lauterstein, Eislingen, kamen der Böhmenkircher Wehr zu Hilfe. Angenommen worden war, dass in der Ortsmitte ein mit Superbenzin beladener Tankzug aufgrund versagender Bremsen in eine Bäckerei raste und binnen weniger Augenblicke das ganze Areal in Flammen stand. 15 Einsatzwagen, darunter drei Drehleitern, brausten nach Böhmenkirch in Zentrum. Die Einsatzkräfte „dirigierte“ Vize-Kommandant Stefan Geiger, der hinter sich die Führungsgruppe Salach-Süßen wusste. Die Rotkreuzbereitschaft Böhmenkirch und die Schnelleinsatzgruppe Geislingen hatten eine große Zahl teils realitätsnah geschminkter „Verletzter“ zu betreuen. Hauptkommandant Bruno Lenz erklärte den 2000 begeisterten Schaulustigen die Vorgehensweise der Feuerwehrleute, die nicht nur retten sondern auch sich selbst schützen mussten.