Probe für den Ernstfall bestanden

Albuchfeuerwehren, der Gefahrgutzug und Rotkreuz-Bereitschaften Giengen und Herbrechtingen im Einsatz.

Vor schwierigen Aufgaben sahen sich die rund 100 Einsatzkräfte gestellt, die kürzlich an einem Freitagabend auf dem Gelände von Sigma-Aldrich für den Ernstfall probten und für ihre Arbeit im Indusrtiegebiet Ried viel Lob von Geschäftsführer Dr. Gerd Backes erfuhren.

Es war ein „heißer“ Alarm, der aus einer künstlich eingenebelten Fertigungshalle des Chemie- Betriebs die Leitstelle erreichte und zunächst den Feuerwehr-Abteilungen Steinheim und Sontheim im Stubental Beine machte. Der einsatzleitende Hauptkommandant Eberhard Kieser veranlasste nach der Ersterkundung den Alarm für den Gefahrgutzug der Feuerwehren des Landkreises. Erste eingetroffene Kräfte des Rettungsdienstes sahen sich angesichts einer Vielzahl von „Schwerverletzten“ überfordert und ließen die Rotkreuz-Bereitschaften aus Giengen und Herbrechtingen nach Steinheim eilen.

Ausgangslage war ein Unfall auf dem Werksgelände, wobei zwei Personen unter einem eingestürzten Lagerregal eingeklemmt wurde. Zu allem Übel kam es wenige Häuser weiter zu einem Brand im Archiv. Bei der Flucht vor dem Feuer rissen Menschen eine Salzsäure Flasche um. Havariert wurde auch ein Gebinde mit Laugen. Beide Chemikalien „kamen“ aber nicht zusammen, was ein noch größeres Unglück verhinderte.

Zwei Fachberater für Chemie, Detlef Heers und Gerd Ludwig Schmidt sowie Manfred Eichhorn vom Reaktionsteam Sigma Aldrich und Rolf Gauder (Leiter des Gefahrgutzuges) verstärkten die Einsatzleitung und standen dem Sanitätsdienst wie den Feuerwehrleuten zur Seite. Die Rettung der realistisch geschminkten Verletzten erwies sich als nicht immer einfach. Der Wind drehte sich (so die Übungsannahme) und die Rotkreuzkräfte mussten fluchtartig ihr Behandlungszelt evakuieren und es mit Feuerwehr-Unterstützung an eine andere Stelle des Werksgelände schleppen.

Feuerwehrleute mit Vollschutz bargen die Säure-Flaschen und banden mit Bindemitteln ab, was ausgelaufen war. Für die Brandbekämpfung wurden sechs Rohre sowie eine Wasserwand zum Niederschlagen von Dämpfen aufgeboten.

Nach gut zwei Stunden war das Ende der teils vom Regen begleiteten Katastrophenübung gekommen. Eberhard Kieser, die Fachberater für Chemie, Heers und Schmidt, zeigten sich insgesamt zufrieden und betonten, dass die Zusammenarbeit immer besser und effektiver werde.

Einen Filmbeitrag zur Übung finden Sie hier