Hauptversammlung der Feuerwehr Steinheim

Bürgermeister Olaf Bernauer sichert der Feuerwehr in der Nachwuchsfrage Rückendeckung zu

Noch finden sich junge Menschen, die von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilungen wechseln. Die demographische Entwicklung wird aber auch vor der Feuerwehr Steinheim nicht Halt machen. Bürgermeister Olaf Bernauer sicherte der wiedergewählten Feuerwehr-Führung seine "volle Unterstützung" zu, damit ausgehend von einem ganzheitlichen Konzept die Bürger weiter alle Hilfe erwarten können.

"Wir sind zurecht stolz auf unsere Feuerwehr," hatte Steinheims neuer Bürgermeister Olaf Bernauer bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr ausgerufen und seinen Respekt vor der 2010 geleisteten Arbeit bekundete: "Andere rennen 'raus, sie rennen rein, um Menschen oder Sachwerte zu retten und erleben dabei so manche Tragödie mit."
Zu Beginn der Hauptversammlung hatte Rolf Haselmaier die Hauptversammlung des letzten Jahres in Erinnerung gerufen, ehe Hauptkommandant Eberhard Kieser in seinem umfassenden Jahresbericht noch einmal auf die 150-Jahr-Feier zurückblendete: "Nach zweijähriger Vorbereitung konnten wir dieses stolze Jubiläum feiern, das für uns alle viel zu schnell vergangen ist. Überall wurde mit außerordentlichem Engagement gearbeitet. Das war ein toller Einsatz, das war eine tolle Gemeinschaftsleistung, um die uns viele Seiten beneiden."
Die Gesamtfeuerwehr Steinheim umfasst 117 aktive Feuerwehr-Angehörige, darunter fünf Frauen. 57 leisten in der Abteilung Steinheim, 45 in Söhnstetten und15 in Sontheim im Stubental Dienst. Den meisten Zulauf - aus der Jugendfeuerwehr - hatte mit Manuel Feichtenbeiner, Jochen Grözinger, Maximilian Loferer, Philipp Stegmaier und Britta Weiler die Abteilung Söhnstetten.
Kieser ging auch auf die Lehrgänge ein, die auf Kreisebene genutzt wurden und kam dann auf die Einsätze zu sprechen, die sich im Vergleich zum Vorjahr von 29 auf 35 erhöht hatten. Sechs Brände, darunter ein Großbrand, waren zu löschen und 15 technische Hilfeleistungen zu bewältigen. Bei einem Verkehrsunfall kam die Feuerwehr Heidenheim als Überlandhilfe zum Einsatz. 14 Fehlalarme, meist durch Brandmeldeanlage, vervollständigen die Bilanz. Die Abteilung Sontheim kam zweimal zum Einsatz; Söhnstetten rückte viermal aus, Steinheim meisterte 29 Ernstfälle.
Derzeit betreut die Feuerwehr zwei Zivilschutzräume in Steinheim und plant außerdem für die Zukunft: Das Tanklöschfahrzeug in Söhnstetten soll durch ein wasserführendes Hilfeleistungslöschfahrzeug ersetzt werden; am Gerätehaus Steinheim soll eine vierte Fahrzeug-Box für das neue Fahrzeug entstehen, das der Katastrophenschutz des Bundes zur Verfügung stellen wird.
Abteilungskommandant Uli Weiler (Steinheim) sprach über das Einsatzgeschehen, meldete 173 Stunden Sicherheitswachdienst und erinnerte an eine große Gefahrgutübung auf dem Gelände bei Sigma-Aldrich, wo unter anderem die Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten geübt wurde. Der Fachgebietsleiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Klaus-Dieter Kirschner, hatte 256 Tätigkeiten für die Wehren in Stadt und Landkreis sowie auf Ebene Landesfeuerwehrverband. Zu 187 Ernstfällen rückte er aus.

Über Einsätze und erfolgreiche Ausbildungsvorhaben informierten die Abteilungskommandanten Reiner Niederberger (Sontheim) und Hans-Jürgen Söll (Söhnstetten). Die Söhnstetter waren 2010 auch an der großen Katastrophenübung in Böhmenkirch beteiligt. Stark engagiert war die Wehr auch bei den Festtagen in Steinheim und beim 75. Jubiläum des Musikvereins Söhnstetten (246 Stunden Parkplatz- und Sicherheitswachdienst).
Dass die Jugendfeuerwehr auch diesmal eine gute Nachwuchsquelle für die Einsatzabteilung war, betonte Jugendleiter Sebastian Jooß und blickte voraus auf das Kreiszeltlager im Sommer. Eine stabile Personallage mit 28 Mann meldete Ehrenkommandant Hans Maier als Chef der Altersabteilung. Regelmäßige Treffen dienen der Kameradschaftspflege.
Für Kassierer Uwe Fink legte Kommandant Kieser die Finanzlage der Abteilungen Steinheim und Sontheim offen und dankte dem Förderverein für die Unterstützung aller Aktivitäten rund um das Jubiläum. Paul Bürzele listete für die Söhnstetter Wehr die größten Summen auf. Die Kassenprüfer Jörg Bosch (Steinheim) und Willi Bühner (Söhnstetten) hatten nichts zu beanstanden.
Nach den Neuwahlen der Feuerwehr-Führung wurde Dieter Birkhold neu in den Abteilungsausschuss gewählt.
Als neue Leute in den Einsatzabteilungen wurden vorgestellt: Oscar Katzke, Tayfun Sari, Guiseppe Viola und Florian Voggentanz (alle Steinheim) und Christian Ickler (Söhnstetten). Als neue Mitglieder in der Jugendfeuerwehr wurden begrüßt: Johannes Rapp, Christian Lotspeich und Marc Trautwein. Nach fünf Jahren Dienstzeit wurden zu Oberfeuerwehrmänner ernannt: Steffen Adler und Florian Kirschner (beide Steinheim), Christian Und (Sontheim) und Jochen Göggelmann, Martin Häberle und Andreas Vogel (alle Söhnstetten). Nach erfolgreich bestandenem Lehrgang und der Bestellung zum Gruppenführer trägt Sascha Frey jetzt die Rangabzeichen eines Oberlöschmeisters.
Aus den Reihen der aktiven Wehr in die Altersabteilung wurden verabschiedet: Rudolf Maier nch 43, Rainer Böttcher nach 34 und Karl Eder nach 30 Dienstjahren.

Am Ende des langen Abends richtete Vize-Kommandant Herbert Früholz den Dank an Eberhard Kieser aus, der nicht nur als Kommandant sondern auch als Stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes sehr viel ehrenamtliche Arbeit leistet.

 

"Eine in der jeder Hinsicht vorbildliche Wehr"
Kreisbrandmeister Rainer Spahr in seinem Grußwort über die Steinheimer Feuerwehr

\"Für mich ist die Feuerwehr Steinheim die Nummer eins, was die Kameradschaft und ihre Aktivitäten angeht,\" betonte Kreisbrandmeister Rainer Spahr in seinem Grußwort bei der Hauptversammlung und wünschte sich solche Geschlossenheit auch anderswo. Dreieinhalb Stunden dauerte am Freitagabend die Versammlung, in deren Mittelpunkt das Kommando neu gewählt wurde.

Für die Spitzenpositionen verlangt das Feuerwehrgesetz geheime Wahl. Mit eindrucksvollem Ergebnis wurden Hauptkommandant Eberhard Kieser, sein Stellvertreter Herbert Früholz, Uli Weiler aus Abteilungskommandant in Steinheim; Haus-Jürgen Söll als Abteilungskommandant in Söhnstetten und Joachim Stütz als sein Stellvertreter und Reiner Niederberger als Abteilungskommandant in Sontheim im Stubental wiedergewählt. Erstmals besetzt wurde ein Stellvertretender Abteilungskommandant in Steinheim. Martin Prager wurde auf diesen Posten gewählt.
Bürgermeister Olaf Bernauer, der die Rolle des Wahlleiters inne hatte, wünschte dem neuen Kommando \"Glück und Erfolg\".

Im Zentrum des Abends standen traditionell zahlreiche Tätigkeitsberichte und auch Ehrungen. Erstmals seit vielen Jahren konnte niemand für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt werden, bedauerte Hauptkommandant Kieser. Aus der Abteilung Söhnstetten kann dieses Jahr Löschmeister Willi Bühner auf 40 Dienstjahre zurückschauen. Er bekommt im Mai das Baden-Württembergische Feuerwehrkreuz in Gold. Zum Dienstjubiläum in der Gesamtwehr Steinheim gab es das Feuerwehrkrügle. Besondere Würdigung sprach Abteilungskommandant Hans-Jürgen Söll, der unter dem großen Beifall der Versammlung mitteilte, dass Willi Bühner noch weitere Jahre als Floriani-Helfer aktiv bleiben werde.
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Uli Steeger, zeichnete Steinheims bisherigen Bürgermeister Rainer Schaller als\"großen Freund der Feuerwehr" mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes aus und dankte Schaller dafür, dass er stets in allen Feuerwehrfragen ein verlässlicher Ansprechpartner und Unterstützer gewesen sei. In der Ära Schaller wurden zwei neue Feuerwehrfahrzeuge in Dienst gestellt.
Schaller dankte gerührt für diese Ehrennadel und betonte, dass ihm die Feuerwehr immer Herzensanliegen gewesen sei.
In seinem Grußwort in der Hauptversammlung sprach Steeger zunächst über verbandspolitische Themen und erklärte das Jahr 2011 zum Jahr der Feuerwehr im Kreis Heidenheim. Es gebe viel zu feiern: Die Feuerwehr Heidenheim besteht 125 Jahre und ist im Oktober Gastgeber der Landesversammlung. Außerdem werden im Juli internationale Feuerwehr-Wettkämpfe auf dem Sportgelände beim Jahnhaus ausgetragen und im Brenzpark noch ein großes Feuerwehrfest gefeiert: "Es soll das Wir-Gefühl stärken." Steeger würdigte namentlich besonders Joachim Stütz, der mit seinem Team seit Jahren das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren bekocht.
Kreisbrandmeister Rainer Spahr sah "die Feuerwehr Steinheim sehr gut aufgestellt" und kündigte zugleich aus den Geldern des Katastrophenschutzes ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr an, das ein altes Löschgruppenfahrzeug TS des Bundes ersetzen soll. Vieles habe man im vergangenen Jahr im Landkreis Heidenheim bewältigen können. Der Redner nannte Willi Bühner ein Vorbild für alle in seiner über 40 Jahre währenden Treue zur Feuerwehr und zum Dienst am Nächsten.
Für die Rotkreuz-Bereitschaften bekundete Bereitschaftsleiter Torsten Schäch die Verbundenheit zur Feuerwehr und lud zum Jubiläum des DRK Söhnstetten ein, das heuer auf 75 Jahre zurückblicken könne.

Zu Oberfeuerwehrmänner wurden befördert von rechts nach links: Jochen Göggelmann, Martin Häberle, Christian Und, Steffen Adler und Florian Kirschner. Ganz links Hauptkommandant Eberhard Kieser

Ehrung für Willi Bühner (zweiter von rechts) )für 40 Jahre Feuerwehrdienst, mit dabei Bürgermeister Olaf Bernauer, Kommandant Eberhard Kieser und Abteilungskommandant Söhnstetten Hans-Jürgen Söll

Abschied von Rudolf Maier, Eder Karl und Rainer Böttcher aus dem Aktiven Feuerwehrdienst

Ehrung für Altbürgermeister Rainer Schaller