Bericht vom 15.05.2011, Gesamtfeuerwehrübung

 

Großübung vor Steinheims Toren

Ein vergessener Schieber machte der Feuerwehr Kummer


Über 120 Feuerwehrleute und Rotkreuz-Angehörige der Bereitschaft Söhnstetten und Steinheim traten am Sonntagmorgen an der Königsbronner Steige zur Probe für den Ernstfall an: Zwischen Steinheim und den Aussiedlerhöfen Fähnle und Langenbucher liegen 30 Meter Höhenunterschied. 1974 brannte der Hof Langenbucher ab. Damals wie heute scheint die Wasserversorgung das eigentliche Problem für die Feuerwehr zu sein. Für den Erstschlag werden viele Tanklöschfahrzeuge gebraucht. Mit acht Fahrzeugen rückte die Steinheims Gesamtwehr aus. Überlandhilfe mit drei Fahrzeugen leistete die Feuerwehr Schnaitheim. Mit dem Gerätewagen Kran sowie mit einem Steinheimer Löschgruppenfahrzeug – des früher dem Katastrophenschutz angehörte – wurden über 600 Meter Schlauchleitung von Steinheim bis zu den Aussiedlerhöfen ausgerollt, drei Pumpen für die Druckerhöhung dazwischen geschaltet.

In der Anfangsphase war noch Wasser für zehn C-Rohre verfügbar. Das aber war auf Dauer nicht durchzuhalten. Hauptkommandant Eberhard Kieser, der den Einsatz leitete, sowie Abteilungskommandant Uli Weiler schauten zusammen mit Kreisbrandmeister Rainer Spahr besorgt auf die Lagepläne und fanden für den Ernstfall eine Lösung: Künftig wird zusätzlich Löschwasser nicht mehr aus dem nächsten Baugebiet beschafft, sondern aus der Lehmgrube oder dem Wasserleitungsnetz des Industriegebiets. Man müsste aber einige hundert Meter mehr Schlauch ausrollen.

Feuerwehr und Rotes Kreuz arbeiteten hervorragend zusammen, retteten insgesamt vier Übungsverletzte, die unter freiem Himmel versorgt wurden. Bei der späteren Manöverkritik herrschte Erleichterung darüber, dass Probleme erkannt wurden, die nun in die Fortschreibung der Einsatzplanung eingearbeitet werden.

Eberhard Kieser sprach über die Aufgabenstellung bei der Großübung. Rainer Spahr würdigte die hervorragende Zusammenarbeit der Feuerwehr-Abteilungen Steinheim, Sontheim im Stubental und Söhnstetten. Die Gefahren-Potenziale dieser Aussiedlerhofs mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wurden thematisiert: „Der Erstschlag klappte prima. Im Ernstfall müssten vor allem die durch das Feuer bedrohte Gebäude vorrangig abgeschirmt werden.“ Bürgermeister Olaf Bernauer bekannte, sehr „stolz auf die Gesamtfeuerwehr zu sein“ und tröstete: „Wir üben, um eventuelle Mängel erkennen zu können.“ Der Stellvertretende DRK-Bereitschaftsführer Heinz Fick zeigte sich mit der Menschenrettung durch die Atemschutz-Trupps der Feuerwehr zufrieden.

Wenige Tage nach der Übung teilte Ortsbaumeister Hans-Peter Brenner mit, dass die Wasserversorgung als solches kein Problem gewesen wären, wenn nicht nach Bauarbeiten im Baugebiet im Königsbronner Feld ein Schieber geschlossen geblieben wäre. Die Feuerwehr werde nun da der Absperrhahn wieder offen ist, erneut die Wasserversorgung im Bereich der beiden Aussiedlerhöfe austesten.

Einen Filmbeitrag zur Übung finden Sie hier