Noch mehr Schlagkraft für die Wehr

955 Feuerwehr-Fahrzeuge für den Katastrophenschutz hat der Bund zur Verfügung gestellt. 137 davon wurden Baden-Württemberg zugeteilt. Drei davon kamen in den Kreis Heidenheim und ersetzen hier drei 30 Jahre alte Einsatz-Fahrzeuge. In Steinheim wurde jetzt eines dieser wasserführenden Fahrzeuge für den Kastrophenschutz offiziell bei einem Appell in Dienst gestellt.

Zu diesem Festakt am Freitagabend unter freiem Himmel waren sogar Abordnungen der Feuerwehren aus Steinheim bei Dillingen und Steinheim bei Memmingen auf die Ostalb gekommen. Dieses Hilfeleistungslöschfahrzeug komplettiert den Fuhrpark von „Florian Steinheim“.

Bürgermeister Olaf Bernauer dankte in seiner Ansprache vor allem Kreisbrandmeister Rainer Spahr, der durch persönlichen Einsatz eine zügige Zuteilung der Fahrzeuge möglich machen konnte. Rainer Spahr fand in seinem Grußwort, dass das beinahe ein bisschen zu viel der Ehre sei: „Zu viel Weihrauch schwärzt die Heiligen.“

Bürgermeister Bernauer war es ein besonderes Anliegen, dass an diesem Freitagabend etwas getan wurde, das es vorher in der 152-jährigen Geschichte der Wehr nicht gegeben hat. Pater Georg Mathei für die katholische Heilig-Geist-Gemeinde und Pfarrer Andreas Neumeister für die evangelische Petersgemeinde waren gebeten worden, Gottes Segen auf die Feuerwehrleute und ihr neues Fahrzeug zu legen. Neumeister verband die Zeremonie mit einer Kurzpredigt, in dem er sich auch zum Wahlspruch der Feuerwehren äußerte: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

Dieses neue Fahrzeug für den Katastrophenschutz komme im Ernstfall auch überörtlich zum Einsatz, betonte Bernauer sinngemäß: „Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr dient nämlich nicht als Hobby des Bürgermeister oder als Spielzeug der Feuerwehrkameraden. Es ist vielmehr ein Einstzmittel zum Schutz von Leib, Leben und Sachgütern der Bevölkerung... Ein Fahrzeug im Wert von 230 000 Euro wird der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt... Jedes technische Gerät ist jedoch nur so gut, wie die Menschen, die es bedienen.“ Hier hat Bernauer wahrlich keinen Anlass zur Klage: „Unsere Feuerwehr Steinheim ist mit allen ihren Abteilungen hervorragend aufgestellt!“

Der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Hitzler legte zu Anfang seines Grußwortes Wert darauf, dass er auch im Namen seines SPD-Kollegen Andreas Stoch spreche, der verhindert sei. Gemeinsam hätte man nachher dem Bürgermeister die Fahrzeugschlüssel für das neue Feuerwehrauto überreicht. Der Redner erinnerte daran, dass der Dienst in der Feuerwehr oft kein Zuckerschlecken sei und dass „die Einsatzkräfte bei ihrer Hilfe für den Nächsten mitunter auch ihr Leben riskieren.“

Es sei nicht leicht gewesen, für den Landkreis wieder Fahrzeuge für den Katastrophenschutz zugeteilt zu bekommen, sagte Kreisbrandmeister Rainer Spahr, der zugleich im Namen von Uli Steeger, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, zum neuen Fahrzeug gratulierte. Der Bürgermeister habe schon recht, Steinheim verfüge über eine Feuerwehr mit hervorragendem Ausbildungsstand und werde sicher mit diesem Fahrzeug noch schlagkräftiger. Spahr skizzierte in groben Pinselstrichen den mühsamen Weg, bis sich Bund und Länder einig waren im Hinblick auf den Ersatz der betagten Fahrzeuge, die einst der Zivile Bevölkerungsschutz sowohl den Feuerwehren als auch den Sanitätseinheiten zur Verfügung stellte. Ein Kern- und ein Unterstützungskonzept sei ausgearbeitet worden. Für den ABC-Bereich wurden 450 Erkundungsfahrzeuge angeschafft, einer davon ist jetzt im Kreis Heidenheim. Drei Fahrzeuge des Katastrophenschutzes wurden bewilligt. Je eines steht in Steinheim und in Mergelstetten, das dritte Fahrzeug werde die Feuerwehr Dischingen übernehmen. Noch unklar ist, wann der neue Schlauchwagen des Katastrophenschutzes an die Feuerwehr Gerstetten ausgeliefert werden könne. Der Bund ersetze nicht die Rüstfahrzeuge, wie eines die Feuerwehr Dischingen hat.

Der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Ulrich Behrendt, zeigte sich froh darüber, dass der Landkreis Heidenheim in der Ausstattung mit diesen Bund-Fahrzeugen deutlich mehr bekommen habe als nach dem Landesdurchschnitt zu erwarten war.

Hauptkommandant Eberhard Kieser stellte das neue Feuerwehrauto und seine technische Ausrüstung vor und dankte Rainer Spahr für die Stationierung in Steinheim: „Wir werden das in uns gesetzte Vertrauen auch rechtfertigen!“

 

Zum ersten Mal in der 152-jährigen Geschichte der Feuerwehr Steinheim wurde eine Fahrzeugweihe vorgenommen und durch die ortsansässigen Geistlichen der Feuerwehr Gottes Segen zugesprochen. Pater Georg (links) und Pfarrer Andreas Neumeister (rechts).

 

Unter großer Anteilnahme der Feuerwehrleute der Gesamtwehr Steinheim und zahlreicher Gäste wurde das schon seit einigen Wochen im Übungsdienst genutzte neue Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz offiziell in Betrieb genommen.