Ausbildungsseminar

 

„Chemiker rund um die Uhr erreichbar“

Zweites Fortbildungsseminar für die Feuerwehren aus dem Landkreis: Warten auf den Digitalfunk

Von der Einsatztaktik bei Biogasanlagen bis zur Zusammenarbeit von Feuerwehr und Polizei bei der Brandermittlung spannte sich der Themenkatalog beim zweiten Ausbildungsseminar für die Feuerwehren aus dem Kreis Heidenheim im Dieter-Eisele-Saal in Steinheim.

Es war das zweite Ausbildungsforum nach der geglückten Premiere vor zwei Jahren in Sontheim/Brenz. Kreisbrandmeister Rainer Spahr hieß dazu in Steinheim viele Teilnehmer willkommen.
Bürgermeister Rainer Schaller stellte in seinem Grußwort die Albuchgemeinde vor, die mit 8900 Einwohnern äußerst vital erscheine und stolz auf ihre äußerst engagierten Feuerwehrleute sei.
Wie wichtig im Ernstfalle die Fachberater Chemie an der Seite der Feuerwehren sind, wurde von Detlef Heers und Dr. Michael Pölzl von der Firma Sigma-Aldrich aus Steinheim zum Thema gemacht: Chemie finde ja nicht bloß in bestimmten Firmen oder bei unterschiedlichen Transporten auf Schiene oder Straße statt. Mit Chemie würden Lehrer im Unterricht umgehen oder Hausmeister auf den Fluren unterwegs sein. Wo immer etwas passiere, Flüssigkeiten auslaufen oder Personen danach über Atemwegsprobleme klagen, müssten die Fachberater Chemie neben Notarzt und Rettungsdienst hinzugezogen werden: „Wir sind ein Team von Fachberatern, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar sind und sofort kommen.“ Die Fachberater würden nicht in die Einsatztaktik hineinreden, wohl aber mit ihrem Sachverstand helfen, die richtige Problemlösung zu wählen. Die Einsatzkräfte, ob von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst, müssten sich an neue Gefahrstoff-Kennzeichnung gewöhnen. Die jetzige werde längsten bis 2017 neben den neuen Symbolen zu sehen sein.
Ein Reizthema bei den Feuerwehren ist zunehmend die Einführung des Digitalfunks. Darüber sprach der „Oswald Kolle des Digitalfunks“, Baudirektor Günter Weber (Leiter der Geschäftsstelle des Teilprojekts Feuerwehr) aus dem Innenministerium des Landes. Er reise seit vielen Jahren durch die Lande, kläre über den Digitalfunk auf, „den wir ja schon 1989 flächendeckend eingeführt haben wollten.“ Weber skizzierte die Probleme und Stationen der unendlichen Geschichte und deutete an, warum man bislang noch kein Zieldatum habe. Dass der Digitalfunk nötig sei, würden alle bejahen. Die bisherige „einfache, russische Technik“ könne jeder mithören. Und das könne für manche Fahndung nachteilig sein. Es gehe um die Abhörsicherheit mit und ohne Verschlüsselung der Funkgespräche. Noch etwa fünf Jahre werde der Analogfunk weiterbetrieben. Insgesamt werde die Umstellung etwa 200 Millionen Euro kosten. Leitstellen müssten umgerüstet werden, Fahrzeuge sowieso und vieles neue Gerät (Piepser, Funkgeräte usw.) gekauft werden. Auch müssten viele neue Umsetzer errichtet werden. Der Rems-Murr-Kreis, so Günter Weber, werde als „Versuchskaninchen“ dazu beitragen, dass bis zur Einführung des Digitalfunks kaum noch „Kinderkrankenheiten“ auftreten.
Aus der Sicht der Kriminalpolizei sprach Erster Kriminalhauptkommissar Helmut Hagner (Kriminalpolizei der Landeshauptstadt Stuttgart) über das Thema „Brandermittlung“. An vielen Bildern machte er deutlich, wie die Polizei oft doch noch die Brandursache findet. Wichtig sei, dass Feuerwehrleute ihre Beobachtungen genauso den Ermittlern mitteilen, wie sie auf Besonderheiten im Brandschutt achten und möglichst solche Spuren bei den Restlöscharbeiten nicht verwischen.
Biogasanlagen als solche und die Photovoltaikanlagen auf vielen Dächern stellen die Feuerwehren vor riesengroße Herausforderungen. Dies war das Thema von Adrian Wibel, der von der Landesfeuerwehrschule Bruchsal auf den Albuch gekommen war. Gerade im Bereich der Brände unter den Solarpanelen sei manches zu bedenken und kühler Kopf zu bewahren.

Wettkampfgruppe der Feuerwehr Sontheim Abteilung Bergenweiler zeigte ihr können