Bericht vom 11.02.2014, Tag des Europa-Notruf

 

Euronotrufs: Die 112 gilt jetzt europaweit


Anlässlich des Tag des Euronotrufs wollen das Landratsamt und die Hilfsorganisationen im Kreis ein Signal setzen – die Bürger sollen durch Aufkleber auf Rettungsfahrzeugen darüber informiert werden, dass der Notruf 112 europaweit gilt.

Auf den Fahrzeugen der Feuerwehren und Rettungsdienste im Landkreis sollen künftig Aufkleber mit dem blau-gelben „Notruf 112 europaweit“ darauf aufmerksam machen, dass diese Nummer nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa gilt. Die Feuerwehr Giengen und Steinheim sowie die Bergwachten Heidenheim und Herbrechtingen gehen mit gutem Beispiel voran und haben ihre Fahrzeuge bereits beklebt. Der Grund dafür: Eine EU-Studie des Europa-Zentrums in Stuttgart hat gezeigt, dass in Deutschland nur 17 Prozent der Bevölkerung wissen, dass der Notruf 112 europaweit gilt. Damit liege Deutschland in Europa auf dem viertletzten Platz.

Dabei gilt beim Notruf schon seit Jahren: Ein Europa, eine Nummer. Für den Kreis Heidenheim läuft die Notrufnummer 112 in der Integrierten Leitstelle Ostwürttemberg auf, die gemeinsam vom Landkreis Heidenheim und dem Ostalbkreis betrieben wird.

Die Notrufe werden dort nach einem Fragenschema bearbeitet und die nach Einschätzung des Disponenten erforderlichen Hilfskräfte alarmiert. Während die Einsatzkräfte anfahren, gibt der Mitarbeiter bei Bedarf Erste-Hilfe-Hinweise an den Anrufer weiter. Ein System, das laut Landrat Thomas Reinhardt gut funktioniert. Inzwischen werde die Hilfsfrist im Rettungsdienst Heidenheim in etwa 95 Prozent der notärztlichen Einsätze eingehalten. „Damit gehören wir zu den acht von 37 Bereichen in Baden-Württemberg, in denen diese Frist tatsächlich eingehalten werden kann“, so Reinhardt.

„Der europaweite Notruf bietet allen Bürgern einen echten Vorteil. Er ist vorwahlfrei, kostenlos und verbindet sie in jedem EU-Land mit der örtlichen Notrufzentrale. Das kann Leben retten“, so Studienleiter Nils Bunjes vom Europa-Zentrum, das Partner dieser Aktion ist. Daneben hat Innenminister Reinhold Gall die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Von der Aktion verspricht sich Bunjes daher auch eine Vorbildfunktion für andere Wehren im Land.

Landrat Thomas Reinhardt (von links), Steinheims Bürgermeister Olaf Bernauer und Ulrich Weiler, Kommandant der Gesamtfeuerwehr Steinheim, präsentieren den Notruf-Aufkleber auf einem Steinheimer Feuerwehrfahrzeug.